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Vergangenheit erklingt mit Musik

23.09.2010, Welt-Alzheimer-Tag - Reha-Klinik Rheingrafenstein belebt Aktionstag mit vielen Angeboten

Menschen mit Demenzerkrankungen haben einen Teil ihrer Biographie verloren, manchmal sind auch alle Erinnerungen gelöscht. Aber Musik, die sie ein Leben lang in unterschiedlichen Formen begleitet hat, oder auch handwerkliche Tätigkeiten können Vergangenheit zum Klingen bringen.

Beim diesjährigen Welt-Alzheimer-Tag hatten die rheinland-pfälzische Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Zusammenarbeit mit dem Bad Kreuznacher Netzwerk Demenz Chöre und Musikschulen eingeladen, den Aktionstag unter dem Motto „Gemeinsam leben“ mitzugestalten. Den Leitgedanken haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Reha-Klinik Rheingrafenstein in Bad Münster um Stationsleiterin Schwester Monika Kleinert durch mehrere Angebote bereichert. Sie luden am Alzheimer-Tag auch Angehörige, Kollegen aus anderen Einrichtungen und Patienten des benachbarten DRK-Seniorenheims Rheingrafenstein ein, einige Stunden Gemeinsamkeit zu leben und zu erleben. „Gemeinschaft leben passiert dort, wo Menschen zusammen kommen und an einer gemeinsamen Sache Spaß haben“, war das Ziel des Organisations-Teams.

Gemeinsam Freude hatten Patienten und Besucher nicht nur beim Auftritt des Frauenchors aus Roth, wenn Lieder wie „Bunt sind schon die Wälder“ oder „Am Brunnen vor dem Tore“ Melodien aus einem anderen Lebensabschnitt bei Patienten wieder ins Bewusstsein rückten. Zum Programm in der Reha-Klinik gehörte auch ein Sitztanz, an dem sich jeder beteiligen konnte. Im Klinikalltag ist dieses Angebot eine Möglichkeit, Therapie und Beschäftigung miteinander zu kombinieren, denn dieses Angebot birgt verschiedene Elemente. Die Musik erreiche auch hochgradig verwirrte Menschen und spreche Gefühle an, so Schwester Monika Kleinert. In den „Tanz“ werde außerdem Physiotherapie eingebunden, um die Beweglichkeit zu unterstützen, und schließlich ist die Gemeinsamkeit innerhalb der Gruppe eine wichtige soziale Komponente.

Beim kreativen Gestalten wird nicht nur Fingerfertigkeit trainiert, wenn etwa Handarbeit in vereinfachter Form frühere Fähigkeiten in Erinnerung ruft, sondern auch Merkfähigkeit wird unterstützt. Entscheidend ist aber auch: Das Selbstwertgefühl wird gefördert, denn die Frauen und Männer können am Ende etwas vorzeigen oder mit nach Hause nehmen, wie Susanne Günzel, Leiterin der Ergotherapie, betont.

Auch diese Facette beachtete die Reha-Klinik, deren Klientel zwischen 70 und 90 Jahre alt ist: „Die Herstellung von Fingerfood.“ Speisen sind bei diesem Workshop nicht nur „fingertauglich“ gewesen, sondern appetitlich anzusehen, regten zum Zugreifen an und kitzelten die visuellen Reize, um eigenständig zuzugreifen. Aufgeschnittene Pfannkuchenröllchen, in die Lachs eingerollt war, reizten ebenso zum Schnabulieren wie die Milchreisbällchen mit Heidelbeeren und einer Haube aus Kokosraspeln oder die Fruchtschnitten aus püriertem Obst, das durch Gelatine Form erhielt - alles zum Reinbeißen verführerisch. Dies ist von Bedeutung, da viele Menschen, die an Demenz erkrankt sind, unter Appetitlosigkeit leiden oder das Essen vergessen. Die Folge sind Vitamin- und Mineralstoff-Mangel.

Allgemeine Zeitung, 23. September 2010

Anlässlich des Welt-Alzheimer-Tages sang der Rother Frauen-
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